Ungeduld – Geduld

Ist man ungeduldig, möchte man seine Vorstellungen und Wünsche sofort erfüllt haben. Der gegenwärtige Moment wird abgelehnt.


Ursachen

  • Die Frustrationstoleranz ist niedriger als bei Leuten, die geduldiger sind.
  • Man hat Angst, etwas zu verpassen oder zu kurz zu kommen.
  • Du willst Aufgaben schneller und besser erledigen, als du es tust oder dir derzeit möglich ist. Aber – „das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“.
  • Ungeduldige denken, dass alles sofort erledigt werden muss. Sie meinen, dass sich Aufgaben in kurzer Zeit vermehren und dann parallel erledigt werden müssen.
    Eine weitere Ursache ist das Multitasking. Durch dieses zögert sich die Beendigung der Aufgaben hinaus.  Besser wäre es, diese hintereinander und voneinander getrennt zu erledigen.
  • Auch die Höhe der Messlatte an sich und andere verursacht Ungeduld, wie sich jemand verhalten oder in welchem Zeitraum ein Ziel erreicht werden soll.
    Der andere wird nicht angenommen, wie er ist. Mangelnde Akzeptanz für andere, ist Folge mangelnder Akzeptanz von sich selbst und diese wiederum Folge mangelnder Selbstliebe. Wenn es an Selbstliebe mangelt, dann auch an bedingungsloser Liebe für sich und demzufolge für alle anderen.
  • Ungeduldige wollen woanders sein, als da, wo sie gerade sind. Derweilen ist die Gegenwart die einzige Wirklichkeit, die es gibt.

Folgen mangelnder Geduld

Ungeduld schadet dir mehr, als dass sie nutzt. Der Stress, der durch sie ausgelöst wird, schwächt deine Gesundheit.

Oft werden Details nicht berücksichtigt, die wichtig wären, um Aufgaben ausreichend und problemlos auszuführen.

Symptome sind:

  • Ruhelosigkeit. Du fühlst dich dauernd getrieben.
  • Innere Anspannung
  • Gereiztheit
  • Konflikte mit andere (andere werden angeschrien, an ihnen wird Kritik geübt, ihnen wird die Schuld zugeschoben, sie werden unter Druck gesetzt)
  • Zerstörung von Dingen
  • Die Konzentration ist verschlechtert.
  • Leistungsabfall
  • Es fällt schwer, eine Lösung zu finden.
  • hoher Puls
  • schwitzige Hände
  • Zittern
  • Lustlosigkeit
  • Andere werden beneidet, die schneller ein Ziel erreichen.
  • Hoffnungslosigkeit
  • Selbstzweifel
  • Selbstvorwürfe
  • Einschlafprobleme
  • Heißhunger
  • Konsum von Suchtmitteln
  • Einnahme von Beruhigungstabletten
  • Burnout
  • Physische Krankheiten
  • Wenn man sich zu wenig Zeit nimmt, werden mehr Fehler gemacht, da ungenau gearbeitet wird.

Was bringt dir Geduld?

  • Verständis für äußere Gegebenheiten
  • Du kommst dir selbst näher.
  • Vor- und Nachteile könne in Ruhe geprüft werden
  • Geduld gibt dir die Zeit, die dir scheinbar fehlt. Du hast zwar ein Ziel, aber du haftest nicht an dem Ergebnis.
  • bessere Konzentration auf die Aufgabe
  • Lösungen werden leichter gefunden.
  • weniger Konflikte mit anderen
  • Du bleibst gelassen und fühlst dich nicht unter Druck gesetzt.
  • Man hält durch, bis das Ziel erreicht ist.
  • Dinge kann man wachsen und geschehen lassen, während man sich auf dem Weg befindet.
  • gesteigerte Selbstbeherrschung

Geduld lernen

Im Yogasutra heißt es, dass Geduld einer der drei Schlüssel ist, um das Einssein mit allem und jedem zu erfahren, um im „Flow“ zu sein und um die besten Ergebnisse zu erreichen und wirklich zufrieden zu sein.

Geduld ist ständig erforderlich – z. B. wenn man etwas Schönes kochen will, für ein erfolgreiches Geschäft, eine langanhaltende und liebevolle Beziehung.

Gerade persönliches Wachstum fordert oft sehr viel Geduld, da es für die allermeisten Menschen ein längerer, manchmal jahrzehnte- oder auch lebenslanger Prozess ist. Manche brauchen auch noch zwei, drei Leben mehr 😉 Man muss sich mit alten Gewohnheiten, Verhaltensmustern, Umwelteinflüssen, Beziehungen etc. auseinandersetzen.

  • Werde dir zunächst deiner Ungeduld bewusst, um geduldiger werden zu können.
    Akzeptiere, dass du ungeduldig bist. Tust du das nicht, steigert das nur die Ungeduld und Anspannung.
  • Übe dich in Dankbarkeit – für das, was du hast, was du kannst, für das, was/ wer in deinem Leben ist.
  • Erst denken, dann handeln. Bleibe bei dir, wenn dich etwas oder jemand ungeduldig macht und höre in dich hinein, was in dir passiert.
  • Übe dich in Akzeptanz und Empathie für andere. Basis ist, dass du dich selbst akzeptieren und lieben kannst. Ein Gespräch mit einer Person, der du wirklich zuhörst, kann so zu Überraschungen führen, euch miteinader verbinden und nähren.
  • Prüfe, ob dir die Ungeduld hilft, ein Ziel zu erreichen. Sie kann nützlich sein, wenn eine schädliche Situation verhindert werden soll.
  • Betrachte die Situation von außen, um sie sachlich zu beurteilen.
  • Überlege dir, ob es wirklich nötig ist, das „Problem“ zu lösen. Wenn ja, muss es sofort sein? Was passiert, wenn es nicht gelöst wird und wie würdest du dann damit umgehen?
  • Überlege dir, in welchen Situationen du ungeduldig wirst. Welche Konsequenzen hatte das?
  • Ursache von Ungeduld ist dein Denken. Erst wenn sich dieses ändert, kann sich dein Verhalten dauerhaft ändern. Du kannst zwar zuerst ein Verhalten ändern, jedoch nur kurzzeitig, wenn das Denken dasselbe ist. Bist du jahrelang an dieses Denken und Verhalten gewöhnt, müssen neue Denkmuster trainiert werden. Frage dich also, was dir Geduld bringt?
  • Welche Möglichkeiten bieten sich dir, bis ein Ergebnis eintritt. So kannst du die Wartezeit überbrücken. Wähle angenehme Tätigkeiten und Dinge, die dir Spaß machen.
  • Rede dir gut zu. Erledige Aufgaben der Reihe nach. Teile sie in Zwischenschritte, wenn nötig und lobe dich für kleine Fortschritte.
  • Erinnere dich an deine Erfolge. Das gibt dir Kraft, fortzufahren.
  • Suche Situationen auf, die deine Geduld fordern und versuche diese auszuhalten. Konzentriere dich auf den Moment mit deinen Sinnen. Was nimmst du jetzt gerade wahr? Verweile dort. Du kannst dich auch auf deinen Atem konzentrieren, um Stress zu minimieren.
  • Lebe von Tag zu Tag. Wenn du mit deinen Sinnen im Moment verweilst und die Gedanken ruhen lässt, kannst du erkennen, dass es dort keine „Probleme“ gibt. Sie lösen sich von allein auf. Beobachte deine Gedanken, ohne sie zu benennen oder dich darin zu verlieren.
  • Über dich im Loslassen – von den negativen, aber auch den positven Dingen bzw. halte nicht zu sehr daran fest. Betrachte sie, ohne sie aber besitzen zu wollen. Sie sind eine Bereicherung, nicht mehr länger ein Bedürfnis. Manche Gegebenheiten liegen nicht in deiner Macht. Tue, was du tun kannst und lass es dann auf sich beruhen.
  • Akzeptiere die Grenzen (deine und äußere) und löse dich von deinen Forderungen. Ersetze sie durch Vorlieben – „ich möchte gerne“, „es wäre schön, wenn…“. Diese änderst du dann noch in Akzeptanz: „Ich akzeptiere, dass es zurzeit nicht so ist“.
  • Erkenne, dass der Tod nur eine Form von Übergang ist und sich das Leben fortsetzt. Am besten liest du dazu die Bücher: „Leben nach dem Tod“ von Dr. med. Raymond A. Moody und „Wie wir die Angst vor dem Sterben überwinden“ von Bernard Jakoby. Mach dir bewusst, dass du das ganze Leben Zeit hast, etwas zu erreichen. Und wenn du noch mehr Zeit brauchst, dann hast du sie auch danach noch und in den „folgenden“ Inkarnationen. Evolution endet niemals.
  • Geduld ist in Zeiten der Veränderung ein sehr weiser Ratgeber.

 


Wie bin ich geduldig?

Ich habe den Vorteil schon immer sehr geduldig gewesen zu sein und zudem auf eine Nahtoderfahrung zurückzublicken. Da mir bewusst ist, dass ich dieses und viele Leben Zeit habe, Aufgaben zu erledigen, lasse ich mir oft Zeit. Da ich weiß, dass ich nichts verlieren kann, macht das das Leben natürlich wesentlich unbeschwerter.

Zudem arbeite ich mit Senioren und deren unterschiedlichsten körperlichen und psychischen Erkrankungen. Das Verhalten alter Menschen bzw. deren Denken lässt sich nur bedingt formen, wodurch ich gelernt habe, sie so anzunehmen, wie sie sind, egal wie schwierg sie sind.
Durch das Lernen von Akzeptanz, Vertrauen, Selbstliebe und Loslassen, bin ich noch geduldiger geworden und damit zufrieden.